John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green

Ich bin ein eher langsamer Leser, was an sich nicht weiter schlimm wäre, wäre da nicht diese mit der Zeit ins Unermessliche wachsende Liste der Bücher, die ich gerne noch lesen möchte. Vorausgesetzt, es kommen keine weiteren Neuzugänge mehr dazu (was extrem unwahrscheinlich ist), dürfte ich bis zu meinem 70. Geburtstag durch sein. Der langen Rede kurzer Sinn: Manchmal komme ich eben etwas später dazu, mich mit einem Roman zu beschäftigen, der mich eigentlich schon seit geraumer Zeit interessiert hat. John Greens “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” ist da nur ein Beispiel unter vielen. Angesichts des weltweiten Erfolgs des Buches wurde wahrscheinlich schon alles zur ebenso anrührenden wie vergnüglichen Geschichte von Hazel Grace Lancaster und Augustus Waters gesagt und geschrieben. Neues werde ich also nicht hinzufügen können, weshalb ich mich an dieser Stelle eben kurz halte: Auch mich hat “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” sehr begeistert. Romane, in denen Krankheit und Tod einen nicht ganz so geringen Stellenwert einnehmen, kommen ja oft ein wenig arg salbungsvoll und pathosgetränkt daher, was hier zum Glück überhaupt nicht der Fall ist. Die beiden jungen Protagonisten gehen sehr gefasst, klug und sarkastisch mit ihrem Schicksal um und John Green versteht es fast schon meisterhaft, die Handlung stets auf dem schmalen Grat zwischen “oh je, das ist so traurig” und “hurra, das ist so charmant und witzig” balancieren zu lassen. Teilweise handeln Hazel und Augustus fast schon ein wenig zu weise für ihr Alter, was neben dem Umstand, dass man kein Prophet sein muss, um schon früh zu erahnen, wie die Geschichte ausgeht, die einzige minimale Schwäche eines ansonsten uneingschränkt lesens- und liebenswerten Romans ist.

John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Deutscher Taschenbuch Verlag, 336 Seiten, 9,95 Euro.
Am 12. Juni läuft Josh Boones Verfilmung des Romans in den hiesigen Kinos an. Einen Trailer gibt es zum Beispiel hier zu sehen.

PS: Im Hotel “Filosoof”, in dem Hazel und Augustus während ihres Amsterdam-Aufenthalts absteigen, habe ich auch schon einmal mehrere Nächte verbracht. Die im Buch beschriebene Winzigkeit der Badezimmer kann ich nur bestätigen, die Schönheit der Stadt hat sich mir dagegen leider nicht so ganz erschlossen. Tipp: Lieber nicht im Winter hinfahren.

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Romane abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s