Straßburg und die Schatzinsel

Eventuell haben es Einige gleich auf dem Bild ganz oben links erkannt: Letzte Woche war ich in Straßburg, wo (fast) jeder Spaziergang zwangsläufig am Münster vorbeiführt. Blendet man die ganzen Schulklassen, Souvenierläden und Unmengen fliegender Händler aus, bietet das mehr als 200 Jahre lang höchste Gebäude der Welt schon einen beeindruckenden Anblick, an dessen Detailreichtum man sich stundenlang erfreuen könnte. Da Urlaubszeit aber bekanntlich begrenzt ist und beim ständigen Blick nach oben schnell eine Nackenstarre droht, ist es ratsam, sich irgendwann vom Münster loszureißen und durch die engen Gassen der Altstadt zu schlendern, die zahllosen Fachwerkhäuser zu bewundern, das malerische Viertel „Le Petit France“ zu erkunden, am Wasser zu sitzen (geht sehr gut in der Nähe des Museums für moderne und zeitgenössische Kunst oder beim Palais Rohan), Flammkuchen zu essen oder eine Pause in einem der unzähligen Cafés einzulegen (Achtung: Einige davon bieten tatsächlich Cappuccino mit Schlagsahne an – hierzulande auch als „DDR-Cappuccino“ bekannt). Kurzum: Straßburg ist eine Reise wert und bietet sicherlich noch viel mehr Sehenswertes, als ich in der Kürze der Zeit besichtigen konnte…

Gelesen habe ich in der vergangenen Woche „Silver: Rückkehr zur Schatzinsel“ von Sir Andrew Motion. Wie der Titel bereits dezent andeutet, handelt es sich dabei tatsächlich um eine Art Fortsetzung des Stevenson-Klassikers „Die Schatzinsel“. Allerdings sind es diesmal – das Buch spielt gut 40 Jahre nach den Ereignissen des „Originals“ – Natty, die Tochter des inzwischen greisen Long John Silver, und Jim Hawkins Jr., die zur Schatzinsel segeln, um sich dort auf die Suche nach dem legendären Silberschatz zu machen. Neben dem Silber finden die beiden Teenager und ihre Mannschaft auf der Insel jedoch auch ein von ein paar Piraten errichtetes und mit erschreckender Brutalität regiertes „Königreich“ vor, das sie vor eine ganze Menge Probleme stellt. Ich hatte viel Freude an diesem spannenden und sprachlich gelungenen Abenteuerroman, wobei mich das Ende ein wenig unbefriedigt zurückgelassen hat. Lust, die im letzten Jahr erschienene Neuübersetzung der „Schatzinsel“ zu lesen, habe ich nun auf jeden Fall.

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Ein Kommentar zu „Straßburg und die Schatzinsel

  1. Ahoi, Christoph,
    da habe ich noch eine bereichernde Zugabe für Dich: „Die Schatzinsel“ als Hörspiel (in der von Dir angesprochenen Neuübersetzung von Andreas Nohl)
    https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/11/13/die-schatzinsel/
    Die Übersetzung von Andreas Nohl und die Hörspielinszenierung enthalten zusätzlich auch interessante und aufschlussreiche Texte zur Entstehungsgeschichte des Romans.

    Nachtaktive Grüße 😉
    Ulrike von Leselebenszeichen

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