Chris Ewan: Safe House

Urlaubszeit ist Thrillerzeit – soweit zumindest der Plan. „Safe House“ hatte ich mir vor dem kürzlich zu Ende gegangenen Urlaub zugelegt, bin dann aber doch nicht zum Lesen gekommen, so dass eben die Osterfeiertage für die Lektüre genutzt wurden.

Safe House
Autorenfoto: PR

Die Story des in Großbritannien zum Bestseller mit mehr als 500.000 verkauften Exemplaren avancierten Buchs ist schnell erzählt: Rob Hale, Klempner und passionierter Motorrad-Rennfahrer, wacht nach einem Unfall mit einer gebrochenen Schulter und einer schweren Gehirnerschütterung im Krankenhaus auf. Auf seine Frage, wie es seiner Begleiterin – eine junge Frau namens Lena, die er bei einem seiner Aufträge in einem abgelegenen Cottage im Wald kennengelernt und die ihn um einen gemeinsamen Ausflug auf dem Motorrad gebeten hat – gehe, geben ihm die Ärzte und Polizisten immer die gleiche Antwort: Rob wäre allein untewegs gewesen und das einzige Opfer des Unfalls, die junge Frau sei ein Produkt seines durch die Kopfverletzungen verwirrten Erinnerungsvermögens und womöglich spiele auch der nicht allzu lange zurückliegende Selbstmord seiner Schwester Laura eine gewisse Rolle. Rob ist sich aber sicher, dass er sich Lena nicht nur eingebildet hat, sondern dass sie tatsächlich existiert und womöglich in Gefahr schwebt. Ein Eindruck, der sich durch das Auftauchen der Privatdetektivin Rebecca Lewis nur noch weiter verstärkt – fortan weiß Rob kaum mehr, wem er trauen kann und auch der Tod seiner Schwester erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht…

Mehr soll von der Geschichte an dieser Stelle nicht verraten werden, um nicht aus Versehen schon etwas Wichtiges vorwegzunehmen. Das Thriller-Debüt des 1976 geborenen Chris Ewan, der es dank seiner mittlerweile sechs Bände umfassenden „The Good Thief’s Guide“-Reihe zu einer gewissen Bekanntheit gebracht hat, lebt nämlich in erster Linie von seinen überraschenden Wendungen und nicht so sehr von seinem Plot, der über weite Strecken etwas schemenhaft und konventionell daherkommt. Auch das recht lieblos und schnell dahingeschludert wirkende Ende enttäuscht ein wenig, schmälert den insgesamt positiven Gesamteindruck aber nicht allzu sehr. „Safe House“ mag zwar kein Glanzlicht des Genres sein, aber ein spannender und kurzweiliger Roman ist Chris Ewan dennoch gelungen. Das reizvolle Setting auf der Isle of Man und die sympathischen Hauptfiguren – die toughe Rebecca und der gutmütige Rob ergänzen sich so prächtig, dass in einschlägigen Foren bereits über weitere Fälle der beiden spekuliert wurde¹ – sind weitere Pluspunkte.

Solide Thriller-Kost und somit bestens als Urlaubslektüre geeignet!

Chris Ewan: Safe House. rororo, 512 Seiten, € 9,99.

¹ So schnell dürfte das aber nicht geschehen: Zumindest „Dead Line“, Chris Ewans nächster, noch nicht auf Deutsch erhältlicher Roman außerhalb der „The Good Thief’s Guide“-Reihe, ist mit neuen Protagonisten besetzt.

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