Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer

OstfriesenfeuerMit seinen Krimis um die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen, die in schöner Regelmäßigkeit weit oben in den Bestsellerlisten landen, hat sich Klaus-Peter Wolf eine ansehnliche Fangemeinde erschrieben. „Ostfriesenfeuer“ ist bereits der achte Teil der 2007 begonnen Reihe, die im kommenden Jahr mit „Ostfriesenwut“ weiter fortgesetzt wird und für mich die erste Begegnung mit den Kriminalisten aus dem hohen Norden.

An so fortgeschrittener Stelle in eine Reihe einzusteigen, mag manchmal ein wenig heikel sein, aber hier fiel es mir sehr leicht, die über Jahre gepflegten Figurenkonstellationen zu durchblicken und in die Handlung einzutauchen.

Ann Kathrin Klaasen und ihr Kollege Frank Weller haben zu Beginn von „Ostfriesenfeuer“ gerade geheiratet, aber aus den geplanten Flitterwochen wird vorerst nichts, denn in den Resten eines Osterfeuers wird der verkohlte Leichnam eines offenbar gevierteilten Mannes gefunden und zu allem Überfluss wird Kripo-Chef Ubbo Heide beim Versuch, einen Streit unter Jugendlichen zu schlichten, niedergestochen und schwer verletzt…

Gerne werden die Bücher des 1954 geborenen Wahl-Ostfriesen Klaus-Peter Wolf vorschnell in die Schublade „Regionalkrimi“ gesteckt, aber mit diesem oft recht flachen Genre haben die Fälle von Ann Kathrin Klaasen abgesehen von wenigen Hinweisen auf die Eigentümlichkeiten der Küstenregion zum Glück recht wenig zu tun. Stattdessen ist „Ostfriesenfeuer“ ein bis zum packenden (leider ein wenig vorhersehbaren) Finale ein durchgängig spannender Kriminalroman mit sympathischen Charakteren und einigen überraschenden Wendungen. Auch der Umstand, dass viele Kapitel aus der Sicht des Mörders erzählt werden und man als Leser den noch im Dunkeln tappenden Ermittlern oft einen Schritt voraus ist, verleiht dem Buch einen zusätzlichen Reiz.

Nicht so ganz warm geworden bin ich dagegen mit der Figur des oft recht tumben Minipli-Trägers Rupert, der in Fan-Kreisen einen ähnlichen Kultstatus genießt wie der Möchtegern-CSI-Mann Overbeck aus den „Wilsberg“-Krimis. Meinetwegen hätte man gerade die Szenen, in denen Rupert von einem Fettnäpfchen ins nächste tappt, und die nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, deutlich straffen können.

Dennoch habe ich „Ostfriesenfeuer“ sehr gerne gelesen – meine erste Begegnung mit Ann Kathrin Klaasen, Frank Weller, Ubbo Heide und Co. wird sicher nicht die letzte gewesen sein.

♠ Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer (S. Fischer; ca. 520 Seiten; 9,99 €). // Leseprobe

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