„Sieben verdammt lange Tage“

Sieben verdammt lange TageFür Judd Altman (sehr charmant dargestellt von Jason Bateman) kommt es knüppeldick: Zuerst erwischt er seine Ehefrau ausgerechnet an deren Geburtstag mit seinem großkotzigen Chef im eigenen Schlafzimmer beim Sex und wenig später erfährt er, dass sein Vater nach längerer Krankheit gestorben ist. Als ob das des Übels nicht schon genug wäre, hat der verstorbene Patriarch der Familie Altman vor seinem Ableben angeordnet, dass die komplette Verwandschaft die Schiwa, also die traditionelle jüdische Totenwache von sieben Tagen einzuhalten hat. So muss Judd nicht nur die traurige Beerdigung überstehen, sondern auch noch eine ganze Woche lang mit seiner arg freizügigen Mutter (grandios: Jane Fonda) und seinen mehr oder weniger neurotischen Geschwistern (u.a. gespielt von „Saturday Night Live“-Komikerin Tina Fey und dem großartigen Shooting-Star Adam Driver) ausharren. Dass es bei einer solch fast schon klaustrophobisch anmutenden Zusammenkunft nicht lange dauert, bis alte und neue Konflikte ausgefochten werden und sich die Geister der Vergangenheit melden, versteht sich praktisch von selbst.

Comedy-Spezialist Shawn Levy hat seine Verfilmung von Jonathan Troppers Roman „Sieben verdammt lange Tage“ als liebenswerte und turbulente Familienkomödie angelegt. Dadurch bleiben die leisen Töne ein wenig auf der Strecke, das verworrene Beziehungsgeflecht der einzelnen Familienmitglieder etwas oberflächlich und einige Figuren leider recht holzschnittartig. Erwartet man von dem Film allerdings nicht allzu viel Tiefgang, ist er ein großer Spaß: Das Ensemble harmoniert hervorragend, die meisten Gags zünden und hier und da gibt es doch immer wieder auch Szenen, die ziemlich klug und äußerst berührend ausgefallen sind.

Ohne den Roman bisher gelesen zu haben (das werde ich zu gegebener Zeit noch nachholen), glaube ich, mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich hier ganz forsch behaupte, dass die Verfilmung von „Sieben verdammt lange Tage“ mehr als ordentlich gelungen ist.

⇒ Der Film ist seit dem 25. September in den Kinos, der Roman ist bei Knaur als Taschenbuch erhältlich und kostet 9,99 Euro.

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