Mord und Totschlag (1)

Heute: Der erste Franken-Tatort

Tatort

Welch ein Glück, eine neue Rubrik zum Thema Krimi gleich mit einer lokalpatriotischen Herzensangelegenheit beginnen zu können, nämlich dem Franken-Tatort. Zugegeben: Ich war ein wenig skeptisch, als damals verkündet wurde, der Bayerische Rundfunk plane, neben den Fällen um die längst etablierten Münchner Ermittler Batic und Leitmayr einen zweiten Tatort — diesmal aus Franken — zu produzieren. Skeptisch natürlich einerseits, weil ich als Franke naturgemäß zu einem gesunden Pessimismus neige, andererseits aber auch, weil meine „Landsleute“ bei ihren seltenen Auftritten in den Münchner Folgen eher schlecht weggekommen waren. Einfach gestrickte Zeitgenossen mit plumpem Dialekt, deren Kopf in erster Linie nicht zum Denken dient, sondern vor allem dazu, um Bratwürste in ihn hineinzuschieben. Dementsprechend fürchtete ich, der Franken-Tatort könnte entweder ein „gscheids Gschmarri“ oder ein „arger Grampf“ werden.

Als dann jedoch erste Details bekannt wurden, verflüchtigten sich meine Befürchtungen zusehends und machten Platz für sachte Vorfreude: Mit Dagmar Manzel, der aus Bamberg stammenden Eli Wasserscheid, dem Fürther Kabarettisten Matthias Egersdörfer (der als Leiter der Spurensicherung wohl am ehesten für den fränkischen Lokalkolorit zuständig sein dürfte) und Fabian Hinrichs wurden sehr sympathische Protagonisten gefunden, wobei vor allem Letztgenannter mit seinem allzu schnell beendeten Engagement als Gisbert im München-Tatort „Der tiefe Schlaf“ im Jahr 2012 bereits für sehr viel Wirbel in der Sonntagskrimi-Landschaft gesorgt hatte. Nicht zuletzt wurde mit Max Färberböck zudem ein etablierter Regisseur für die „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“ betitelte Episode, in der der Mord an einem in finstere Machenschaften verstrickten Professor der Uni Erlangen aufgeklärt werden soll, engagiert.

Soweit, so vielversprechend — entscheidend ist allerdings noch immer, was dann am Ende dabei herauskommt. Davon kann man sich seit gestern in einem Trailer einen ersten Eindruck machen:

Und ohne jetzt gleich in allzu große Euphorie verfallen zu wollen: Das sieht schon sehr, sehr gut aus, finde ich. Meine Vorfreude auf den 12. April (wie immer natürlich um 20.15 Uhr in der ARD) ist nun immens und ich bin tatsächlich zuversichtlich, dass ich am Ende das höchste Lob verteilen könnte, zu dem der Franke fähig ist: Hadd scho‘ bassd, der Daadord! 

Der Franken-Tatort im Netz:
* die Mordkommission Franken bei der ARD
* Blog des Bayerischen Rundfunks
* Facebook
* Twitter

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2 Kommentare zu „Mord und Totschlag (1)

  1. Ja, ich bin auch gespannt. Leider ist ja Frank-Markus Barwasser (aka Erwin Pelzig) vorzeitig ausgestiegen. Nun tönt also lediglich, zumindest im Trailer, Matthias Egersdörfer im vertrauten Frränggisch (vielleicht unterstützt durch Eli Wasserscheid). Eine Mundartfärbung, die ich während meiner langen Studienjahre in Erlangen ebenso geliebt wie belächelt habe. lg_jochen

    1. Mich wundert ein wenig, dass es nach dem frühen Ausstieg von Frank-Markus Barwasser keinen Aufschrei aus Unterfranken gegeben hat. Immerhin ist das ja jetzt der Regierungsbezirk, der zumindest in der ersten Episode gar nicht vorkommt. Oberfranken wird zumindest von Eli Wasserscheid repräsentiert. 🙂

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