Neu im Plattenladen (1)

Heute: Black Yaya – s/t

Black Yaya

Als Gewohnheitstier begegnet man allzu Neuem ja gerne einmal mit einer gewissen Skepsis — vor allem wenn, es sich um Herzensangelegenheiten handelt. Und was, wenn nicht eine Herzensangelegenheit ist Herman Dune, jene Band, die es seit jeher wie kaum eine zweite versteht, Lieder zu schreiben, in die man sich sofort verliebt und die einem selbst im tiefsten Winter das Gefühl geben, gerade den zauberhaftesten Sommer überhaupt zu erleben? Schwierig also, wenn jemand wie David Ivar Herman Dune sich auf einmal Black Yaya nennt und verkündet, ein Soloalbum veröffentlichen zu wollen.

Aber siehe da, das schlicht „Black Yaya“ betitelte, lediglich neun Songs starke Werk, schlägt zwar einige neue Wege ein, lässt aber kaum jemals einen Zweifel an der musikalischen Vergangenheit seines Urhebers. Der Opener „Flying A Rocket“ verzichtet auf die für Herman Dune typischen Schrammelgitarren und bedient sich stattdessen diverser Gerätschaften aus den Anfangstagen elektronischer Musik, aber dank der markanten Stimme und dem wieder einmal sehr eingängigen Refrain ist der Unterschied zwischen Band und Soloauftritt fast schon marginal. Komplett aufgelöst ist er dann wenig später bei „Watchman“, das mit seinem eher zurückgenommenen Arrangement, der Mundharmonika und den an den Sixties geschulten Backgroundchören auch gut auf das 2006 erschienene Herman-Dune-Meisterwerk „Giant“ gepasst hätte. Ebenfalls äußerst stark ausgefallen sind das dylaneske „Through the Deep Night“, das von einer lässigen Orgel begleitete „Under Your Skin“ und das ausladende „Save Them Little Children“.

Am Ende kann man also beruhig feststellen, dass die anfängliche Skepsis zum Glück unbegründet war: Mit „Black Yaya“ erfindet sich David Ivar nicht fundamental neu, sondern bleibt — obwohl viele Songs ein wenig ausgefeilter wirken und nicht mehr ganz so viel DIY-Charme versprühen — stets recht nahe an Herman Dune. Eine sehr vernünftige Entscheidung! {3,5/5}

Black Yaya — s/t
City Slang, erscheint am 27. Februar.

Tourdaten
21.04.15 Berlin — Bang Bang Club
22.04.15 München — Kranhalle
23.04.15 Köln — Luxor
24.04.15 Freiburg — Passage 46

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s