Neu im Plattenladen (4)

Xavier RuddXavier Rudd & The United Nations — Nanna // An Xavier Rudd scheiden sich seit jeher die Geister: Die einen — davon zeugen eine beachtliche Fanschar sowie diverse Gold- und Platin-Erfolge — verehren den Australier beinahe kultisch, die anderen dagegen halten den Songschreiber für einen naiven Weltverbesserer, dessen Ethno-Pop nur schwer verdaulich ist. Ähnliche Reaktionen dürfte nun auch das neue Album „Nanna“ hervorrufen, für das Xavier Rudd „The United Nations“, eine handverlesene Multikulti-Band, um sich versammelt hat. Im Ergebnis stellen sich die Songs auf „Nanna“ als ein buntes Sammelsurium aus verschiedensten Weltmusik-Einflüssen mit deutlichem Reggae-Einschlag dar, verziert mit allerlei Flöten, Digeridoos, Trommeln und Background-Chören. Xavier Rudd gibt dazu den Mahner, der wahlweise den Raubbau an der Natur, die Willkür der Großkonzerne oder den Egoismus des Einzelnen anprangert und gleichzeitig die Völker der Welt zum Frieden aufruft, die Weisheit der Vorfahren preist und diverse Götter um Beistand anfleht. Im Ganzen kann man das entweder grandios finden oder ganz arg schlimm. Zwischentöne dürften hingegen kaum möglich sein, auch wenn angemerkt werden muss, dass „While I’m Gone“ trotz seiner ernsthaften Thematik durchaus ein Song ist, den man sich in diesem Sommer ganz gut in der Hängematte wird anhören können. (Nettwerk)

Jim KroftJim Kroft — Journeys #1 // Ähnlich wie Xavier Rudd wandelt auch Jim Kroft abseits der ausgetretenen Pfade der großen (Entertainment-) Konzerne — allerdings eher unfreiwillig und aus anderen Beweggründen. Als sein Label EMI nämlich von Universal geschluckt wurde, stand der Schotte auf einmal ohne Plattenvertrag da und sah sich dazu gezwungen, neue Wege einzuschlagen. Nach gründlichem Überlegen hat sich Jim Kroft schließlich für eine etwas risikoreichere, aber deutlich kreativere und freiere Fortsetzung seiner Musikerlaufbahn entschieden. Statt weiter im Hamsterrad mit Albumveröffentlichungen und darauf folgenden Touren herumzurennen, standen für den Wahlberliner fortan ausgedehnte Reisen an Orte abseits des „normalen“ Popzirkus, die Auseinandersetzung mit neuen Kulturkreisen, die Arbeit an Dokumentarfilmen und generell eine entspanntere Weltsicht auf dem Programm. An Songs hat Jim Kroft natürlich trotzdem immer gearbeitet und diese dann, je nach finanzieller Lage, nach und nach im Studio oder im eigenen Wohnzimmer aufgenommen. Das erste halbe Dutzend neuer Stücke findet sich nun auf der ersten „Journeys“-EP — fünf weitere sollen im Laufe der Zeit noch folgen. Leider sind die Songs nicht ganz so spannend ausgefallen wie es das sehr sympathische Projekt erhoffen lässt. Hübscher, entspannter Songwriter-Pop eben, der einen nicht vom Stuhl haut vor Begeisterung, aber gerade in Kombination mit den sehr gut gelungenen Begleitvideos seine Wirkung dennoch keineswegs verfehlt. (Department of Field Recordings, erscheint am 27. März)

Jim Kroft auf Tournee (als Support für Jaimi Faulkner): 23. März — Köln, Blue Shell.- 24. März — München, Backstage.- 25. März — (CH) Zürich, Bar Rossi.- 26. März — (AT) Wien, Chelsea.- 27. März — Dresden, Jazzclub Tonne.- 28. März — Berlin, Crystal.- 29. März — Hamburg, Prinzenbar.- 30. März — Dortmund, FZW.- 1. April — Saarbrücken, Garage.

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