The Moonband: Back in Time

Foto: Anna-Lena Zintel.
Foto: Anna-Lena Zintel.

Über die Frage, ob und unter welchen Umständen Zeitreisen möglich sind, wird seit vielen Jahren auch unter durchaus ernstzunehmenden Wissenschaftlern erbittert gestritten. Die Geschichte, dass die Moonband mit einem fliegenden Teppich zurück in die Vergangenheit gereist ist, kann zwar mit Bildmaterial belegt werden, darf aber dennoch angezweifelt werden. Auch wenn (wahrscheinlich) also keine Zeitreise im wahrsten Sinne des Wortes stattgefunden hat, ist die Entstehungsgeschichte von „Back in Time“, dem neuen Album des Quintetts, durchaus charmant: Im November vergangenen Jahres, nur wenige Monate nach dem Erscheinen ihres dritten Studioalbums „Atlantis“, zogen sich die Münchner nach Riedlhütte im Bayerischen Wald zurück, um sich auf die Suche nach ihren musikalischen Wurzeln zu machen und ihren Helden — von Bob Dylan („As I Went Out One Morning“, „Ring Them Bells“, „You Ain’t Goin‘ Nowhere“) über die Waterboys („Fisherman’s Blues“) bis hin zu Sufjan Stevens („John Wayne Gacy, Jr.“) und Colin Wilkie (dessen „You Won’t Get Me Down in Your Mine“ bereits die Väter einiger Moonband-Musiker in ihrer damaligen Band Fairytale gespielt haben) — zu huldigen. Das Ende der „Zeitreise“ markierte schließlich ein Konzert in lauschiger Atmosphäre, das auf der beiliegenden DVD mit einem lachenden (weil es wirklich sehr gut gelungen ist) und einem weinenden Auge (weil man nicht selbst dabei war) betrachtet werden darf.

Sind Cover-Alben ansonsten oftmals eine etwas zähe und nicht selten eher überflüssige Angelegenheit, sticht „Back in Time“ doch sehr erfreulich aus der Masse heraus, weil der Moonband ein echter Balanceakt gelingt: Einerseits interpretieren sie die Songs in ihrem typischen Stil mit mehrstimmigem Gesang, Mandoline, Bouzouki und Banjo neu, bleiben aber stets nah dran am Original. Davor — und auch vor dem Umstand, dass die Moonband-Version von „You Ain’t Goin‘ Nowhere“ locker mit den Interpretationen so prominenter Kollegen wie den Byrds oder Glen Hansard mithalten kann — muss man auf jeden Fall den Hut ziehen.

Unbedingt anhören!


The (Magical) Moonband: Back in Time. Millaphon Records, bereits erschienen.

Konzerte:
04.07.15 Burghausen — Songs.Burghausen
01.08.15 Oberammergau — Heimatsound Festival
11.08.15 München — Theatron Musiksommer
05.09.15 Dresden — Sound of Bronkow

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3 Kommentare zu „The Moonband: Back in Time

    1. In der Tat — leider scheine ich aber in den letzten Jahren immer gerade dann keine Zeit zu haben, wenn die Band bei mir in der Nähe auftritt. Vielleicht klappts aber demnächst doch mal wieder…

      1. Im Sommer spielen sie beim Theatron-Festival auf dem Olympia-Gelände, vielleicht verirrst Du Dich ja mal nach München.

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