{Literarisches Leben} Der homunculus verlag aus Erlangen

„Literatur für alle Zeit!“ — ein ambitioniertes Motto hat sich der erst Anfang dieses Jahres von den vier Freunden Laura Jacobi, Sebastian Frenzel, Philip Krömer und Joseph Reinthaler, allesamt Studierende bzw. Absolventen von buch- und literaturwissenschaftlichen Fächern an der Universität Erlangen- Nürnberg, gegründete homunculus verlag auf die Fahnen geschrieben. Ein Blick ins sehr ansprechende und vielseitige erste Herbstprogramm zeigt, dass der Mund damit keineswegs zu voll genommen wurde.

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Die Menschen hinter dem homunculus verlag, von links: Philip Krömer, Joseph Reinthaler, Sebastian Frenzel und Laura Jacobi. (Foto: PR)

Während viele andere kleine, unabhängige Verlage ihr Glück (erst einmal) lieber in einer eng begrenzten Nische suchen, gehen die Erlanger von Beginn an einen anderen Weg und setzen auf ein breit gefächertes Programm, das kaum etwas auslässt. Einzige Bedingung: Alles aus dem Hause homunculus muss sowohl inhaltlich wie auch optisch hohen Ansprüchen genügen. Das schlägt sich einerseits in der liebevoll nostalgischen Aufmachung der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens wie auch im humorvoll illustrierten, literarischen „Monster!“-Kartenspiel nieder, andererseits aber auch im eBook-Angebot der Franken. Anderswo eher stiefmütterlich behandelt und nicht zuletzt von den Einstellungen der verschiedenen Geräte abhängig, will der homunculus verlag mit einer selbst programmierten Software die gewohnten typographischen Standards gedruckter Werke ohne Qualitätsverlust auch auf seine digitalen Veröffentlichungen übertragen.

Abgerundet und ergänzt wird das Verlagsprogramm von einer hauseigenen, via Crowdfunding finanzierten Literaturzeitschrift namens „Seitenstechen“, deren erste Ausgabe unter dem Motto „Seefahren macht besser“ steht. Auch hier wird dem Leitspruch „Literatur für alle Zeit!“ alle Ehre gemacht: Zeitgenössische Texte von teils noch unbekannten Autorinnen und Autoren stehen neben Klassikern wie Edgar Allan Poe und Joachim Ringelnatz, die optische Aufmachung steht der inhaltlichen Qualität in keinster Weise nach.

Der Verlagsname homunculus (Lateinisch für „kleiner Mensch“) bezieht sich übrigens auf die in der Kultur- und Literaturgeschichte immer wieder auftauchenden, von Menschenhand geschaffenen Kreaturen (man denke zum Beispiel an den Golem, Frankensteins Monster oder Pinocchio) als Ausdruck höchster Kreativität und der Fähigkeit, aus unbelebten Dingen etwas Lebendiges zu erschaffen. Ihren Verlag haben Laura Jacobi, Sebastian Frenzel, Philip Krömer und Joseph Reinthaler jedenfalls gleich mit ihrem ersten Programm bereits mit viel Leben erfüllt. Bleibt zu hoffen, dass das „Menschlein“ auch in Zukunft weiter prächtig wächst und gedeiht.

— Die erste „Seitenstechen“-Ausgabe wird am 5. November in Erlangen (Theatercafé, Theaterstr. 3,  20 Uhr, Eintritt frei) und am 12. November in München (Kunst- und Textwerk, Ligsalzstr. 13, 20 Uhr, Eintritt 6 bzw. ermäßigt 4 Euro) vorgestellt.
— Vom 19. November bis zum 6. Dezember ist der homunculus verlag mit seinem Programm bei der Münchner Bücherschau im Gasteig (Rosenheimer Str. 5, Öffnungszeiten täglich von 8 bis 23 Uhr, Eintritt frei) vertreten.

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