Sebastian Block: Der Mond ist schuld

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„Was willst du nur, November?“, fragt Sebastian Block in einem der stärksten Songs seines aktuellen Albums „Der Mond ist schuld“. Trotz dieser leichten Ratlosigkeit macht sich aber dennoch keine herbstliche Tristesse breit, denn „November“ groovt, begleitet von einer Trompete, lässig und doch recht munter gelaunt vor sich hin. Überhaupt fühlt sich die ganze Platte ein wenig an wie diese erstaunlich sonnigen ersten Novemberwochen: Freundlich, wärmend und einnehmend – die Abgründe sind zwar durchaus vorhanden, aber meist unter einem bunten Häufchen Laub verborgen. Große Ausnahme bleibt das spartanisch instrumentierte, auf dem heimischen Dachboden aufgenommene „Wenn du niemand mehr bist“, vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise ein brandaktuelles, sehr beklemmendes Lied.

Ansonsten dominieren auf dem neuen Solowerk des 35 Jahre alten, als Sänger der Band Mein Mio bekannt gewordenen Brandenburgers Spielfreude, Abwechslungsreichtum und – wie die Single „Andromeda“ beweist – ein Hang zum eingängigen, aber nicht glattpolierten Pop. Das tänzelnde „Halb so schlimm“ weckt gar Erinnerungen an Paul Simon, das funkige „Besser“ hätte auch bestens auf eine Platte von Tele gepasst.

Kein Zweifel: „Der Mond ist schuld“  bringt uns sicher durch die kalte Jahreszeit – und zwar auch, wenn es bald ungemütlicher wird.

Sebastian Block: Der Mond ist schuld
Januar/Broken Silence, bereits erschienen.

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