Vorschau: Der homunculus verlag im Frühjahr

Ende Oktober wurde hier der homunculus verlag aus Erlangen vorgestellt, der damals gerade sein erstes, ebenso ambitioniertes wie gelungenes Herbstprogramm in die Buchhandlungen gebracht hatte. Obwohl seitdem erst einige Monate vergangen sind und sich der Winter noch nicht so recht zeigen wollte, steht nun schon das Programm für den kommenden Frühling fest — gerade im Verlagsgeschäft scheint die Zeit eben noch schneller zu verstreichen als sonstwo. Im Folgenden nun also ein kurzer Blick auf die fünf Neuerscheinungen des Frühjahrs, die den im Herbst eingeschlagenen Kurs konsequent fortsetzen und zum Neu- und Wiederentdecken einladen.

YmirHerzstück des Programms ist ohne Zweifel das im März erscheinende Romandebüt von Philip Krömer, seines Zeichens einer der vier Verlagsgründer und beim diesjährigen Open Mike mit dem Preis der taz-Publikumsjury ausgezeichnet. In „Ymir. Oder: Aus der Hirnschale der Himmel“ geht es um drei Männer, die sich kurz vor dem 2. Weltkrieg aufmachen nach Island, um die womöglich kriegsentscheidenden Geheimnisse eines angeblich bodenlosen Lochs zu erkunden. Das klingt ein wenig nach einer Mischung aus Jules Verne, H.G. Wells und allerlei Island-Sagas — auf jeden Fall sehr vielversprechend.

Wie bereits im ersten Programm geht es auch diesmal nicht nur um junge Literatur, sondern auch um Klassisches, gerne auch fast schon Vergessenes. So erscheinen mit „Die Hochzeitsreise“ und „Wenn wir alle Engel wären“ zwei wieder zu entdeckende Romane des mit der „Feuerzangenbowle“ berühmt gewordenen Heinrich Spoerl in einem hübsch aufgemachten, „wendbaren“ Buch. Als E-Book gibt es mit „Lebensgeschichte eines Rebellen“ obendrein die Memoiren des ebenso fast gänzlich aus dem Blickfeld verschwundenen, von den Nazis einst auf den Index gesetzten Autors, Satirikers und Anarchisten Arthur Holitscher. Ebenfalls ein Klassiker, aber natürlich präsent wie eh und je ist Sir Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“, dessen erstes — hier bereits etwas ausführlicher vorgestelltes — Abenteuer „Eine Studie in Scharlachrot“ in einer neu überarbeiteten, illustrierten Fassung die „Kriminalgeschichten“-Reihe fortsetzt.

Tischdecke
Foto: homunculus verlag

Völlig neue Wege beschreiten die Erlanger mit der einzigen Nonbook-Veröffentlichung der kommenden Saison — eine „literarische Tischdecke“, passend für Standard-Biergartentische, dürfte wohl kein anderer Verlag im Programm haben. Klingt verrückt, ist es aber bei genauerer Betrachtung gar nicht, gehört der Biergarten bzw. Bierkeller doch ebenso wie die Literatur zum bayerischen bzw. fränkischen Kulturgut. Bedruckt ist die ab April erhältliche, von Christoph Medicus gestaltete Tischdecke mit diversen Texten, die sich der Biergartenkultur von poetischer wie juristischer (etwa in Form der „Bayerischen Biergartenverordnung von 1999“) Seite nähern. Na dann: Prost!

Mehr zu den hier kurz vorgestellten Veröffentlichungen sowie Leseproben finden sich im ausführlichen Verlagsprogramm.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s