[Zitiert] John Irving über Erinnerungen

Straße_der_Wunder

Nach gut 770 Seiten teils vergnüglicher, oft aber auch recht zäher Lektüre muss ich den vielen zwiespältigen Kritiken leider Recht geben: „Straße der Wunder“ ist einer der eher schwächeren Romane von John Irving. Trotzdem hat das Buch aber natürlich auch seine Momente — nachfolgendes Zitat hat mich zum Beispiel sehr berührt, weil es (zumindest meiner eigenen Erfahrung nach) zu hundert Prozent zutreffend ist:

„Wenn man sich an geliebte Menschen — die nicht mehr unter uns weilen — erinnert oder von ihnen träumt, kann man es nicht verhindern, dass sich ihr Ende vor ihre restliche Geschichte schiebt. Man kann sich die zeitliche Abfolge der Ereignisse in seinen Träumen nicht aussuchen, genauso wenig wie die Reihenfolge der Ereignisse, durch die man sich an jemanden erinnert. Im eigenen Kopf — den eigenen Träumen, den eigenen Erinnerungen — fängt die Geschichte manchmal mit dem Nachwort an.“

— John Irving: „Straße der Wunder“ (deutsch von Hans M. Herzog) ist im Diogenes Verlag erschienen, hat 784 Seiten und kostet 26 Euro. —

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2 Kommentare zu „[Zitiert] John Irving über Erinnerungen

  1. Immerhin hast du bis zum Ende durchgehalten. Fand die bisher gelesenen von ihm durchweg gut, daher war ich hier enttäuscht und entschied mich nach der Hälfte für ein anderes Buch.

    1. Ich war auch mehrere Male kurz davor, das Buch (zumindest vorübergehend) wieder aus der Hand zu legen. Mit der Zeit habe ich dann aber doch ein wenig besser reingefunden.

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