Kurz: Ian McEwan — Solar

Solar

Darum geht es:
Über den Zeitraum eines knappen Jahrzehnts (mit Schlaglichtern auf den Jahren 2000, 2005 und 2009 sowie allerlei Rückblenden) begleiten wir den alternden Physik-Nobelpreisträger Michael Beard auf dem Weg zu seinem wohl letzten Coup, der Erforschung und Entwicklung einer alternativen (Sonnen-) Energiequelle. Außerdem haben wir daran Teil, wie der Protagonist mit deutlich weniger Erfolg versucht, ein geordnetes Privat- und Liebesleben zu führen.

Das bleibt von der Lektüre:
Die für alle durchschnittlich begabten Menschen doch recht tröstliche Erkenntnis, dass geniale Fähigkeiten auf einem eng begrenzten Fachgebiet nicht davor schützen, in allen anderen — vor allem den zwischenmenschlichen — Bereichen des Lebens komplett zu versagen.

Das ist gut:
Ian McEwan ist ein feiner Beobachter und großartiger Stilist, der viel Freude daran hat, seine Hauptfigur genüsslich zu zerlegen und als völligen Unsympathen dastehen zu lassen. Abgesehen davon gibt es einige sehr lustige Szenen, zum Beispiel, wenn Beard während einer Arktisexpedition fest davon überzeugt ist, sein Penis sei abgefroren, oder wenn er auf einer Zugfahrt einem finster wirkenden Sitznachbarn von der Statur eines Türstehers versehentlich die Chips wegfuttert.

Das ist nicht so gut:
Ab und an zieht sich die Lektüre ein wenig in die Länge und außerdem kommt das Ende etwas abrupt. Ansonsten keine Beanstandungen.

Ein ähnliches Buch:
Dave Eggers — Ein Hologramm für den König


Ian McEwan: Solar (2010) // Deutsch von Werner Schmitz, Diogenes Verlag, ISBN 978-3-257-24174-7, 416 Seiten, € 11,90.

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