Eine Reise durch unsere Natur

Vor gut zwei Jahren gelang Jan Haft mit „Die Wiese“ ein Erfolg sowohl im Buchhandel (eine ausführliche Vorstellung findet sich u. a. bei Elementares Lesen) als auch im Kino. Auch „Heimat Natur“, das neue Werk des renommierten Naturfilmers und Biologen, ist als Doppelveröffentlichung angelegt. Ums Buch geht es in den folgenden Zeilen, der Film soll nach aktuellem Stand am 10. Juni in den Lichtspielhäusern anlaufen.

Widmete sich Jan Haft in „Die Wiese“ noch einem kleinen, überschaubaren Lebensraum — dem „Paradies nebenan“, wie es in der Unterzeile des Films heißt — geht es in „Heimat Natur“ nun um eine Bestandsaufnahme der sieben großen Lebensräume in Deutschland: Alpen, Wald, Fluss, Feldflur, Heide, Moor und Küste. Jedem dieser Ökosysteme nähert sich der Autor auf eine ähnliche Weise. Er erklärt, wie sich dieser Lebensraum im Laufe der Zeit — oft Millionen von Jahren — entwickelt hat und welchen Einfluss der Mensch auf diese Entwicklung genommen hat. Etwa, indem Flüsse begradigt und zu Wasserstraßen ausgebaut wurden oder durch die Intensivierung der Wald- und Landwirtschaft.

Selbst, wer die aktuellen Nachrichten nur am Rande verfolgt, weiß natürlich, dass die meisten Naturräume mit erheblichen Herausforderungen vielfältiger Art zu kämpfen haben. Abschmelzende Gletscher, unbeabsichtigter Stickstoffeintrag in die Meere durch den massenhaften Einsatz von Kunstdünger in der Landwirtschaft, Artensterben, Klimaerwärmung, Dürresommer und vieles mehr lassen für die Zukunft nicht allzu viel Gutes erhoffen. All diese Probleme nennt Jan Haft natürlich, vergisst aber nicht, auch auf die positiven Entwicklungen hinzuweisen, die es tatsächlich ebenfalls gibt. So ist das Wasser unserer Flüsse deutlich sauberer und weniger mit Giftstoffen belastet als noch vor ein paar Jahrzehnten. Auch Wälder und Almwiesen werden heute in der Regel nachhaltiger bewirtschaftet als früher und durch aufwändige Wiederansiedlungsprojekte sind bereits fast oder ganz ausgestorbene Arten zurück in ihrem ehemaligen Lebensraum. Ein gutes Beispiel dafür ist die geplante Auswilderung mehrerer Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden.

Noch gibt es da draußen eine wunderbare Vielfalt, und es blüht und zwitschert und summt. Noch ist es für unsere Heimat Natur nicht zu spät.

Jan Haft

So ist „Heimat Natur“ ein Buch, das trotz all der erwähnten Herausforderungen und Probleme auch Hoffnung macht, dass wir die Kurve vielleicht doch noch kriegen und die vielfältigen natürlichen Lebensräume unserer Heimat erhalten. Der sympathische Plauderton und die Begeisterung, mit der Jan Haft unter anderem von grünen Regenwürmern, Gelbbauchunken und „Zombie-Bäumen“ erzählt, ist jedenfalls ansteckend und macht große Lust darauf, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Letztlich ist genau das die Voraussetzung dafür, sich selbst für den Erhalt der Natur einzusetzen — nur das, was man kennt und einem am Herzen liegt, kann man schließlich auch schützen.

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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  • Der Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ läuft am Donnerstag, 3. Juni, um 14.30 Uhr im BR Fernsehen.

7 Kommentare zu „Eine Reise durch unsere Natur

    1. Unbedingt! Und auf den Film freue ich mich auch schon, wobei ich mir da nicht so sicher bin, ob ich ihn tatsächlich im Kino sehen werde.

  1. Ein wunderbarer Schlusssatz und eine schöne Rezension, die ebenfalls neugierig macht auf dieses Buch. Hoffen wir, dass sich viele anstecken und begeistern lassen, sich für Natur- und Klimaschutz einzusetzen (vielleicht haben die Corona-Spaziergänge ja auch bei manchen den Blick für die Schönheit der Natur wieder geschärft – das wäre zumindest wünschenswert). Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße!

    1. Danke!

      Ich hoffe auch sehr, dass die heimische Natur im letzten Jahr bei vielen Menschen wieder stärker ins Bewusstsein gerückt ist. Durch die fehlende Reisemöglichkeit sollte vielen ja aufgefallen sein, welchen Wert ein Stück intakter Natur in der unmittelbaren Nähe hat — das ist doch schon einmal ein guter Ansatz, um sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

      Sehr gelungen ist übrigens auch der Film „Der wilde Wald“, der zur Zeit beim Münchner DOK.fest (online) läuft: https://www.br.de/kultur/der-wilde-wald-lisa-eder-100.html

      Dir ebenfalls ein schönes restliches Wochenende!

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