Ich bin so gut wie nie mit Kopfhörern im öffentlichen Raum unterwegs, weil es mir wichtig ist, die Dinge mitzubekommen, die um mich herum geschehen. Das ist weniger einer Übung in Achtsamkeit geschuldet als vielmehr dem Wunsch, nicht überfahren zu werden.
Bei den derzeit herrschenden frostigen Temperaturen mache ich allerdings gerne eine Ausnahme (Straßenverkehr und die sonstige Umgebung behalte ich natürlich dennoch im Blick), da entsprechende Over-Ear-Modelle auch erstaunlich brauchbare Ohrenwärmer sind.
Umso schöner, wenn es zur angenehmen Wärme etwas Interessantes zum Anhören gibt: Zum Beispiel die aktuelle Episode von »Tatort Geschichte« über das mysteriöse Verschwinden des Erfinders Rudolf Diesel von Bord des Passagierdampfers »Dresden« im September 1913. Eine Begebenheit, über die Wes Anderson sicher einen herrlich detailverliebt ausgestatteten Film drehen könnte. Für die Hauptrolle bietet sich Joseph Fiennes an.
***

Andere Städte haben Buchmessen, Nürnberg mit der Spielwarenmesse immerhin ein ähnlich sympathisches Aushängeschild mit Holzeisenbahnen, Teddybären und Playmobilmännchen. Dafür wird gerne mit Beflaggung am Frauentorturm geworben – anders als etwa für die Enforce Tac, »Deutschlands Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung« (Schirmherr: Friedrich Merz).
***
Phänomene wie BookTok kenne ich nur aus zweiter Hand, also vor allem aus Zeitungs- und Magazinartikeln – mehr ist für meinen Geschmack auch gar nicht nötig. Mit Interesse gelesen habe ich den SZ-Artikel (€) über das aktuelle Trendgenre »Weird Girl Fiction« dennoch; ob man sich für die Entdeckung der dort als Referenzen genannten Bücher (»Die Vegetarierin« von Han Kang, »Mein Jahr der Ruhe und Entspannung« von Ottessa Moshfegh und »Mammut« von Eva Baltasar) unbedingt einer zweifelhaften Datenkrake ausliefern muss oder ob nicht auch ein Besuch in der Buchhandlung um die Ecke ausreicht, muss letzten Endes jeder selbst wissen.