Dass das ausgiebige Lesen der Zeitungen eine der Kernaufgaben eines Trafikanten ist, wusste schon Otto Trsnjek in Robert Seethalers Roman „Der Trafikant“. In dieser Rubrik möchte ich mich als eine Art bloggender Trafikant betätigen und in unregelmäßigen Abständen auf Interessantes hinweisen, das mir während meiner Streifzüge durch die Presselandschaft begegnet ist. Viel Spaß!

Von Venedig …
Von Donna Leons inzwischen fast drei Dutzend Romanen um Commissario Brunetti habe ich zwar höchstens eine Handvoll gelesen (von den Verfilmungen habe ich deutlich mehr gesehen), aber trotzdem ist mir die Autorin sympathisch – allein schon, weil sie mich optisch an eine sehr nette Nachbarin meiner Großmutter erinnert.
Dementsprechend interessiert mich auch das jüngst erschienene neue Buch von Donna Leon ein wenig. „Backstage“ ist allerdings kein Krimi, sondern – wie Carolin Gasteiger in der Süddeutschen Zeitung (€) schreibt – „ein Sammelsurium von Anekdoten“, das „ganz schön durcheinandergeraten“ ist. Also doch eher etwas für diejenigen, die wirklich schon alle Brunetti-Fälle kennen und immer noch nicht genug haben.
… nach Salzburg
An der Mozartkugel kommt man in Salzburg nicht vorbei und obwohl es da unterschiedliche Auffassungen gibt, sind die Kugeln der Konditorei Fürst wohl am ehesten das „Original“. Die typische Geschmacksrichtung hat Paul Fürst im Jahr 1890 kreiert und zunächst als „Mozartbonbon“ auf den Markt gebracht.
Wie die Salzburger Nachrichten (€) berichten, gab es zu der Zeit auch schon eine ganze Reihe verschiedener Mozartkugeln, bei denen es sich „um ein Stückdessert aus Biskuitmasse oder ‚Chocolade-Creme-Kugeln‘ mit teils exotischen Zutaten wie Ananas“ handelte. Davon wollte sich Paul Fürst mit seiner Kreation abgrenzen.
Einen Blick auf das Originalrezept von 1890 kann man neuerdings in der liebevoll gestalteten Firmengeschichte auf der Homepage der Konditorei werfen. Selbstverständlich ohne genaue Mengenangaben, aber mit wunderbaren Anweisungen wie „Marziban abrösten“.
Aber …
… jetzt muss ich mal schauen, was vor der Trafik los ist. Hier sind nämlich ein paar Straßenmusikanten.