Während sich die Weltereignisse nach wie vor überschlagen, hat sich im Kleinen eine Art Frühjahrsmüdigkeit breit gemacht. Ich bin immer noch mit den selben Büchern wie zuletzt beschäftigt und ein nettes Foto zum Herzeigen habe ich auch nicht.
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Traurig gemacht hat mich am Montag die Nachricht vom Tod des Schauspielers Hans Peter Korff, der als Onkel Hellmuth aus Loriots »Pappa Ante Portas« über die Jahre zu einer Art Familienmitglied geworden ist. Gerade in der unvergesslichen Szene im Zug wird er für mich für immer weiterleben – ebenso wie die ebenfalls schmerzlich vermissten Loriot, Evelyn Hamann und Irm Hermann.
Wenigstens Gerrit Schmidt-Foß alias Dieter Lohse ist uns von dem Quintett aus dem Speisewagen erhalten geblieben. Dass er seit langen Jahren als deutsche Stimme von u. a. Leonardo Di Caprio und Jim Parsons zu hören ist, ist mindestens eine so schöne Geschichte wie die des ehemaligen Boxweltmeisters Michael Jackson, der »übermorgen ein Konzert in der Messehalle gibt«.
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Ansonsten Jubiläen, wohin man schaut: Seit 25 Jahren ist der Perlentaucher unverzichtbar für alle Literatur- und Kulturinteressierten. Begründer Thierry Chevrel blickt in der Lesart von Deutschlandfunk Kultur zurück auf das letzte Vierteljahrhundert.
Außerdem interessant: Die Perlentaucher-Umfrage unter Kritiker*innen zur Frage nach den prägendsten Büchern der deutschsprachigen Literatur seit 2000.
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Der immer lesenswerte und bereits im letzten Beitrag erwähnte Uwe Timm feiert am 30. März seinen 85. Geburtstag. Ein längeres Gespräch mit dem Autor gibt es beim Deutschlandfunk.
Und dann haben wir ja auch noch fünf Jahre Corona, wobei ich das hier nur erwähne, um auf das Thriller-Debüt des damals sehr präsenten Virologen und Neu-MdB Hendrik Streeck hinzuweisen. Lesen werde ich »Das Institut. Im Schatten der Wissenschaft« aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht.
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Als interessante Neuerscheinungen habe ich zuletzt auf meiner Leseliste notiert:
- Ralf Westhoff: Niemals nichts
- Annett Gröschner: Schwebende Lasten