Irgendwann im Kino

Foto von mir (Eintrittskarten aus besseren Zeiten)

Nach wie vor ist nicht abzusehen, wann die Lichtspielhäuser grundsätzlich wieder öffnen dürfen — von der Möglichkeit eines normalen Kinobesuchs wie in Vor-Pandemiezeiten ganz zu schweigen. Wenn es dann aber wieder losgeht, erwartet uns vermutlich eine kaum zu überblickende Fülle an interessanten Filmen. Immerhin warten noch jede Menge Streifen, die eigentlich im vergangenen Jahr anlaufen sollten, auf einen Kinostart. Der neue Bond ist natürlich darunter, aber auch „The French Dispatch“ von Wes Anderson und „Supernova“ mit Colin Firth und Stanley Tucci, dessen Trailer einen ganz hervorragenden Eindruck macht.

Dazu wurde 2020 abgesehen von einer Unterbrechung während der ersten Corona-Welle fleißig gedreht. Zu den aufgeschobenen Filmen kommt also auch noch eine ganze Reihe an neuen Produktionen hinzu, die ebenfalls irgendwann in den leider vermutlich weniger gewordenen Kinos gezeigt werden wollen; Branchenexperten befürchten ein Überangebot und damit einhergehende „Kannibalisierungseffekte“.

Um den Überblick nicht zu verlieren, ist es sicher ratsam, sich eine Liste von Filmen anzulegen, die man keinesfalls verpassen möchte. Drei Literaturverfilmungen sollte man dabei unbedingt auf dem Zettel haben:

  • Die Dreharbeiten zur Verfilmung von Stefan Zweigs „Schachnovelle“ wurden gerade noch vor dem ersten Lockdown und der erzwungenen Drehpause abgeschlossen. Eine Punktlandung, aber der ursprünglich für den 6. Januar 2021 geplante Kinostart für den Film von Regisseur Philipp Stölzl musste natürlich trotzdem verschoben werden. Neuer Starttermin für die deutsch-österreichische Produktion, in der neben Oliver Masucci als Dr. B. auch Birgit Minichmayr, Albrecht Schuch und „Wallander“ Rolf Lassgård zu sehen sind, ist voraussichtlich der 23. September 2021.
  • Sehr optimistisch ist der Starttermin der Kästner-Verfilmung „Fabian — Der Gang vor die Hunde“ (15. April 2021), dessen Dreharbeiten unter der Regie von Dominik Graf bereits im Herbst 2019 abgeschlossen wurden. Die Hauptrolle des Dr. Jakob Fabian spielt Tom Schilling, weitere zentrale Rollen sind mit Albrecht Schuch und Lena Baader besetzt.
  • Zumindest nominell dürfte die Verfilmung von „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (noch ohne Starttermin) die interessanteste Produktion des Trios sein. Die im vergangenen März begonnenen Dreharbeiten mussten pandemiebedingt mehrmals unterbrochen werden und wurden erst im August abgeschlossen. Die Titelrolle im Streifen von Regisseur Detlev Buck, der Thomas Manns unvollendeten Roman gemeinsam mit Daniel Kehlmann für die Leinwand adaptierte, übernimmt Jannis Niewöhner, außerdem finden sich mit Liv Lisa Fries, David Kross, Maria Furtwängler, Joachim Król, Katja Flint und Christian Friedel zahlreiche weitere klangvolle Namen auf der Besetzungsliste.

** Sobald es weitere Neuigkeiten zu den Startterminen der drei vorgestellten Filme gibt, wird dieser Blogeintrag natürlich dementsprechend aktualisiert und ergänzt. **

Monatsrückblick Januar ’21

Foto von mir (Archivaufnahme vom September 2018)

„Es fängt an, wie es aufgehört hat“ — dieser Titel eines mehr als zehn Jahre alten Clickclickdecker-Songs drängt sich bei der Rückschau auf den Januar geradezu auf. Wir haben ein neues Jahr, sind aber nach wie vor (wie es in besagtem Song heißt) „versunken im dunklen Einheitsbrei“ von 2020. Selbstverständlich habe auch ich neben den tapfer durchgehaltenen täglichen Spaziergängen bei teils gruseligem Wetter jede Menge Zeit zu Hause verbracht.
Übermäßig viel gelesen habe ich allerdings erstaunlicherweise nicht. Gerade einmal vier Bücher (*), von denen nur der Wisting-Krimi knapp über 400 Seiten hatte, stehen auf der Habenseite. Zwei neuere und zwei, die ich nach langer Zeit wieder gelesen habe, nämlich:

  • Beatrix Kramlovsky: Fanny oder Das weiße Land –> mehr dazu hier
  • Otfried Preußler: Krabat –> mehr dazu hier
  • Jørn Lier Horst: Wisting und der Atem der Angst
  • Stefan Zweig: Schachnovelle

(*) begonnen habe ich außerdem mit „Winterbienen“ von Norbert Scheuer — allerdings liegen da noch einige Seiten vor mir

Bei den „Wiederentdeckungen“ war ich überrascht, dass mir die Grundzüge der Handlung noch zu einem großen Teil präsent waren. Und das, obwohl ich (aber nicht nur ich, wie dieser lesenswerte Artikel von Dorothea Wagner im SZ Magazin beweist) den Inhalt eines Buches oft schon vergessen habe, kurz nachdem ich es nach beendeter Lektüre zur Seite gelegt habe.
Auf der anderen Seite gab es aber auch viele Stellen und Aspekte, die mir nahezu völlig unbekannt vorkamen. In der „Schachnovelle“ hat mir nun die Szene besonders gut gefallen, in der Dr. B. nach mehreren Monaten der Isolationshaft in einem spartanisch eingerichteten Zimmer in einem Verhörraum einen Mantel erspäht, dessen Tasche verdächtig ausgebeult ist:

Ich trat näher heran und glaubte an der rechteckigen Form der Ausbuchtung zu erkennen, was diese etwas geschwellte Stelle in sich barg: ein Buch! Mir begannen die Knie zu zittern: ein BUCH!

Nur der Vollständigkeit halber: Dr. B. kann nicht anders, als dieses Buch zu stehlen und in seine Zelle zu schmuggeln. Wer die „Schachnovelle“ kennt, weiß natürlich, dass es sich bei dem Buch um eine Zusammenstellung berühmter Schachpartien handelt, mit deren Hilfe Dr. B. schließlich zum Schachgenie wider Willen wird…

Was nun der Februar bringen mag? Vermutlich noch mehr Spaziergänge und noch mehr Zeit zu Hause. Vielleicht auch wieder mehr Bücher (der dritte Band von Alex Beers Wien-Krimis liegt schon bereit, außerdem gibt es ein neues Buch von Julian Barnes und mit „Hard Land“ erscheint Ende des Monats der nächste Roman von Benedict Wells) und ganz vielleicht sogar den so lange herbeigesehnten Museumsbesuch. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg eröffnet am 18. Februar mit „Europa auf Kur. Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos“ eine sehr vielversprechende neue Sonderausstellung — wie schön wäre es, wenn man sich diese „in echt“ ansehen könnte!

#SupportYourLocalBookstore — die hier empfohlenen Bücher kauft Ihr am besten bei Eurer Lieblingsbuchhandlung vor Ort! In Konstanz zum Beispiel bei Homburger & Hepp am Münsterplatz. Das ist die Buchhandlung, die für das Foto in diesem Beitrag Modell stand.