Sonntag, 15. Juni
Die weiteren Pläne (sofern kein Gewitter kommt):

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Samstag, 14. Juni
Der bisher heißeste Tag des Jahres steht bevor – da hilft nur, sich mit einem kühlen Getränk (am besten Soda-Zitron) an ein schattiges Plätzchen zurückzuziehen. Natürlich mit einem Buch oder etwas Interessantem zum Anhören.
Hier kann ich das Gespräch mit Ursula Gräfe bei Deutschlandfunk Kultur empfehlen. Die Übersetzerin (vor allem aus dem Japanischen, aber auch von englischsprachiger Literatur) ist bekannt als „deutsche Stimme Haruki Murakamis“ und erzählt sehr sympathisch und faszinierend von den Besonderheiten der japanischen Kultur, der unüberschaubaren Zahl an unterschiedlichen Schriftzeichen und der Kunst, beim Übersetzen den richtigen Ton zu treffen. Schade bloß, dass das Gespräch nur 35 Minuten dauert – Ursula Gräfe hätte ich gerne noch viel länger zugehört.
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Freitag, 13. Juni
Entsprechend meiner Unlust auf dicke Wälzer habe ich im Buchladen zu einem etwas schlankeren Exemplar gegriffen. Die Wahl fiel auf Chloe Daltons „Hase und ich“ – das stand schon länger auf meiner Wunschliste, ist wunderbar aufgemacht und illustriert und hat mit 304 Seiten einen durchaus akzeptablen Umfang.

Trotz des vorherigen Buchladenbesuchs: Ohne einen Abstecher in die Stadtbücherei geht es natürlich nicht, wobei sich bei sommerwarmen, aber noch erträglichen Temperaturen am späten Vormittag ein Besuch auf der Dachterrasse anbot. Die Süddeutsche Zeitung hat in München eine „Gentrifizierung der Dachterrassen“ (€) mit schicken Bars und Aperol Spritz ausgemacht, aber hier ist die Terrasse (nicht ganz oben zwar, aber dennoch mit einem guten Blick auf die Katharinenruine auf der einen und die Burg auf der anderen Seite) noch ein konsumfreier Ort für alle.
Wieder mal ein Hoch auf die öffentlichen Bibliotheken!

(Die beiden Fotos habe ich übrigens ebenfalls mit der alten Digicam aufgenommen. Für deren beschränkte Mittel sind sie ganz annehmbar ausgefallen, finde ich.)
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Donnerstag, 12. Juni
Dieser Tage sind zwei dicke Bücher erschienen, die sogleich viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.
Zum einen Stephen Kings neuer Roman „Kein Zurück“ (640 Seiten), laut Süddeutscher Zeitung (€) nach einem „recht stottrigen Start eine angenehmste Lektüre“ im Stile von Agatha Christie, Ruth Ware oder Patricia Highsmith. Nicht nur angenehm also, sondern tatsächlich „angenehmst“.
Zum anderen „Die Unbehausten“ (624 Seiten) von Barbara Kingsolver, wobei „neu“ in diesem Fall bedeutet, dass das im Original bereits 2018 veröffentlichte Buch nun erstmals in deutscher Übersetzung (von Dirk van Gunsteren) vorliegt, wie man in der Kritik bei Deutschlandfunk Kultur erfährt. Dort wird der etwas zu „didaktische“ Roman eher durchschnittlich besprochen – auf keinen Fall erreicht er das Niveau des unter anderem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten „Demon Copperhead“. Dieser Roman ist nun auch als Taschenbuchausgabe mit stolzen 864 Seiten erhältlich.
Auf mich müssen alle drei Bücher aber erst einmal warten – gerade steht mir nicht der Sinn nach backsteindicken Lektüren. Nicht einmal nach „angenehmsten“.