
Die Stadt Nürnberg bewirbt sich für den Titel „Unesco City of Literature“. Obwohl es diese Auszeichnung bereits seit 2004 gibt und sie seitdem an mehr als 50 Städte verliehen worden ist (in Deutschland an Heidelberg und Bremen), habe ich zum ersten Mal davon gehört.
Was genau eine Stadt – abgesehen von der proaktiven Bewerbung um diesen Titel (über deren Erfolg im Falle Nürnbergs im Herbst entschieden werden soll) – zu einer besonders „literarischen“ macht, ist etwas schleierhaft. Ein Blick auf die Website der „Cities of Literature“ bringt ein wenig Licht ins Dunkel, wobei die Anforderungen doch arg schwammig formuliert sind. Beispiele:
- Literature, drama and/or poetry playing an important role in the city.
- Hosting literary events and festivals which promote domestic and foreign literature.
- Existence of libraries, bookstores and public or private cultural centres which preserve, promote and disseminate domestic and foreign literature.
(Quelle: About Us | citiesofliterature)
Die Nürnberger Nachrichten, die der Bewerbung einen größeren Artikel in der Print-Ausgabe widmen, finden Gründe für die Bedeutung Nürnbergs als Literaturstadt vor allem in der Vergangenheit. So war die Stadt ein frühes Zentrum des Buchdrucks und Verlagswesens. Außerdem wurden in Nürnberg die erste Papiermühle nördlich der Alpen (1390) sowie die erste kommunale Bibliothek (1370, als Vorläufer der heutigen Stadtbibliothek) und die erste Buchhandlung (Korn & Berg am Hauptmarkt, 1531) Deutschlands gegründet.
Warum Nürnberg nun aber wirklich auszeichnungswürdiger sein sollte als zum Beispiel Städte wie Leipzig (eigentlich die deutsche Buchstadt schlechthin), Frankfurt, Lübeck oder die üblichen Verdächtigen München, Köln, Berlin und Hamburg? Rätselhaft. Vermutlich haben sich die anderen einfach nicht beworben.
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Die lange kriselnde US-Buchhandelskette Barnes & Noble hat dank einer völlig naheliegenden revolutionären Strategie wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Läden konzentrieren sich nun in erster Linie auf den Verkauf von Büchern und haben den Non-Book-Krempel auf ein Minimum reduziert.
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In „Das Schloss der Schriftsteller“: Auftritt Erich Kästner.
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In der Bücherei: „Von Norden rollt ein Donner“ von Markus Thielemann zurückgegeben; Robert Seethalers „Das Café ohne Namen“ mitgenommen – etwas aus Verlegenheit, da die aktuelleren Titel auf meiner Wunschliste allesamt entliehen oder noch nicht verfügbar sind.
