
Die „weltbeste“ Bibliothek
Die „Lesart“ bei Deutschlandfunk Kultur war diese Woche zu Besuch in der Biblioteca Gabriel García Márquez in Barcelona. Warum die Stadtteilbücherei 2023 als „beste Bibliothek der Welt“ ausgezeichnet wurde, erschließt sich beim Anschauen des Videos auf der Homepage sehr schnell. Ein Traum!
Ein weiterer Höhepunkt der Sendung war das ausführliche Interview mit T. C. Boyle. Auf meine Wunschliste gewandert sind außerdem folgende Bücher:
- Charlotte McConaghy: Die Rettung (begeistert besprochen wird das Buch auch bei Zeichen & Zeiten)
- Wencke Mühleisen: Alles, wovor ich Angst habe, ist schon passiert
- Christian Schünemann: Bis die Sonne scheint
Lesen vor Oleanderkübeln
In der ZEIT wurden in dieser Woche Bücher für den Sommer empfohlen. Einmal mehr dick angestrichen habe ich mir Wolfgang Kemps Essay „Irgendwie so total spannend“, amüsiert hat mich eine Passage in der Besprechung des Briefwechsels zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll:
Aber warum wollten die beiden Stars der Nachkriegsliteratur immer nur verreisen? Die unausgesetzten Reisepläne, das schlussfolgert Ingeborg Bachmann, sind im Grunde: „Fluchtpläne“. Die beiden möchten weg aus der deutschsprachigen Welt, in der sich ihre Bücher hervorragend verkaufen, mit der Folge, ständig in Herne oder Siegburg vor Oleanderkübeln aus ihren Werken lesen zu müssen.
Krimis für den Sommer
Sommerzeit, Urlaubskrimizeit! Ein echtes Schwergewicht dieses Genres ist seit geraumer Zeit Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec. Mit „Bretonische Versuchungen“ ist nun bereits der 14. Fall für Kommissar Dupin erschienen, in dem die Inhaberin einer alteingesessenen Confiserie in einem Schokoladenbottich ertränkt wird. Die Aussage des Autors (Interview €), dass ihm die Ideen so schnell nicht ausgehen, dürfte damit als bestätigt gelten.
Wer statt in die Bretagne lieber nach Mallorca reisen oder einfach gerne von vorne mit einer neuen Krimireihe beginnen möchte, für den ist womöglich „Das Teufelshorn“ von Anna Nicholas die richtige Wahl. Zumindest das sehr stimmungsvolle Bild auf dem Cover ist schon einmal sehr einladend.
Mehr Krimitipps für den Sommer gibt es in der aktuellen Folge des immer hörenswerten NDR-Podcasts „eat.READ.sleep.“ – sehr gelungen ist auch das Interview mit Eric Niemann, der unter anderem Geschichten für die legendäre Heftroman-Reihe „Jerry Cotton“ schreibt. Ich habe tatsächlich Lust bekommen, mir demnächst in der Bahnhofsbuchhandlung einen dieser „Groschenromane“ zu kaufen.