Sonntag, 11. Januar
Mehr »hergeschneit« hatte es über Nacht nicht, dafür brachte der neue Tag eisige Temperaturen (zwölf Grad unter Null zeigte das Thermometer um sieben Uhr an), blauen Himmel und Sonnenschein.
Herrliches Winterwetter auch auf der Nachmittagsrunde. Dementsprechend viel war nicht nur auf dem Schlittenhang los, sondern auch auf den Fußwegen. Und tatsächlich ausnahmslos gut gelaunt und entspannt wirkende Menschen.

***
Erst an Weihnachten waren die Münchner »Tatort«-Urgesteine Batic und Leitmayr auf Ermittlungseinsatz am Residenztheater, nun führten mysteriöse Mordfälle die Kölner Dauerkommissare Ballauf und Schenk zum Wochenendabschluss an die Oper. Drama, Intrigen, verwinkelte Gänge und beeindruckende Bauwerke findet man hier wie dort, weshalb es naheliegend ist, Krimis in dieser Umgebung spielen zu lassen. Für meinen Geschmack hatte München aber klar die Nase vorn.
***

Ausgelesen habe ich derweil »Der Turm der blauen Pferde« von Bernhard Jaumann. Die bisher drei Bände umfassende Krimiserie rund um die »Kunstdetektei von Schleewitz« wurde mir schon mehrmals empfohlen – höchste Zeit, endlich mit dem ersten Fall zu beginnen, in dem Franz Marcs seit Ende des Zweiten Weltkriegs verschollenes, titelgebendes Gemälde dem »Schraubenkönig vom Starnberger See« zum Kauf angeboten wird. Aber ist es wirklich das Original? Und falls ja: Wo war es seit Frühjahr 1945?
Ich habe diese Geschichte rund um die Themen NS-Raubkunst, Provenienzforschung und Kunstfälschung gerne gelesen. Gut gefallen hat mir auch die Kritik am überhitzten, von den Eitelkeiten großkopferter Sammler getriebenen Kunstmarkt. Der Tonfall dieser Kritik und das lässige München-Flair, das weite Teile des Romans umweht, hat mich ein wenig an die sehr geschätzte TV-Krimireihe »München Mord« erinnert.
Eine kurzweilige, unterhaltsame, mitunter lehrreiche Lektüre, wobei einige Wendungen der Handlung schon sehr weit hergeholt sind.
Montag, 12. Januar
Der erste Arbeitsmontag des neuen Jahres und genauso fühlte sich dieser Tag auch an. Trist, grau, schneematschig und nasskalt. Ganz schlimm. Ein Lichtblick war immerhin der kurze mittägliche Bibliotheksbesuch.
***
Wie schon erwähnt, jährt sich der Todestag von Agatha Christie am 12. Januar zum 50. Mal. Beiträge dazu gibt es unter anderem beim Standard und im Deutschlandfunk.