
Der Oktober ist vorbei, womit uns nun bald die immer früher beginnende Vorweihnachtszeit droht erfreut. Auf dem Wiener Rathausplatz wurde bereits der große Christbaum aufgestellt – offenbar ist er ausnahmsweise sogar recht ansehnlich, weshalb in diesem Jahr eine liebgewonnene Tradition wegzufallen droht, wie der Falter weiß:
Und wie es sich für Wien gehört, läutet vor allem eines die inoffizielle Weihnachtszeit in der Stadt ein: der Grant. Längst gehört es zur Tradition, sich über den Weihnachtsbaum am Rathausplatz zu mokieren.
Keinen Anlass zum Grant lieferten mir die Lektüren des Monats, die ich alle mehr oder weniger gerne gelesen habe.
„Thomas Mann macht Ferien“ von Kerstin Holzer war eine ebenso kurzweilige wie lehrreiche Verlängerung des Spätsommers. In eine ähnliche Richtung geht sicher auch Florian Illies‘ „Wenn die Sonne untergeht“, das ich bald ebenfalls lesen möchte. Exakte Geschichtsschreibung geht anders, aber ich mag so etwas.
„Wut und Liebe“ ist wohl nicht der beste Roman von Martin Suter, aber mit dem typischen Setting und vielen überraschenden Wendungen hat mich das Buch trotzdem bestens unterhalten.
Biographisches und Fiktionalisiertes aus der weit zurückreichenden Familiengeschichte hat Hape Kerkeling in „Gebt mir etwas Zeit“ zu einem sympathischen Ganzen montiert. Wer so gar nichts übrig hat für das „Goldene Zeitalter“ der Niederlande, könnte von diesem Buch aber streckenweise ein wenig gelangweilt werden.

Ungefähr bei der Hälfte angelangt bin ich bei „Amrum“ von Hark Bohm und so recht weiß ich noch nicht, wohin sich das entwickelt. Es geht um die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs, die geprägt sind vom täglichen Mangel, Mitläufertum, Widerstand und den Konflikten, die zwischen vertriebenen Neuankömmlingen und alteingesessenen Amrumern entstehen. Dazwischen der junge Nanning, der sich rührend darum bemüht, dass seine schwangere Mutter ausreichend zu essen bekommt. Das spricht mich einerseits durchaus an, ist mir sprachlich aber teilweise ein wenig zu spröde. Und als Nicht-Küstenbewohner hätte ich mir ein kleines Glossar am Ende des Buches gewünscht.
Oktober-Statistik:

