Freitag, 9. Januar
Entgegen allerlei Schreckensmeldungen fiel der vorhergesagte Wintersturm hier sehr zahm aus. Graues Schneematschwetter, dazu etwas Regen und mittelstarker Wind – insgesamt kaum der Rede wert.
Deutlich unangenehmer war der Migräneanfall, der mich ab Mittag ins abgedunkelte Schlafzimmer zwang. Am späteren Nachmittag (zum Glück dauern die Attacken bei mir immer nicht allzu lange) war ich dann aber wieder einigermaßen hergestellt und konnte mich später noch an einer brandneuen Folge des Krimi-Podcasts »Kein Mucks!« erfreuen. Standesgemäß wurde die neue Staffel von einem Hörspiel aus der Feder Agatha Christies eröffnet.
Der Todestag der Krimikönigin jährt sich am 12. Januar zum 50. Mal und da passte »Die Stimme aus dem Grab« (Originaltitel »A Personal Call«) in einer SDR-Produktion aus dem Jahr 1961 perfekt. Streckenweise hübsch gruselig und mit dem Charme, den diese alten Radiohörspiele nun einmal an sich haben – aber am schönsten waren auch in dieser Episode wie fast immer die Anmerkungen von Bastian Pastewka.
Samstag, 10. Januar
»In der Nacht hatte es gut dreißig Zentimeter hergeschneit, und immer noch war kein Ende abzusehen.«
~ Bernhard Jaumann: Der Turm der blauen Pferde
Schön, wenn der erste Satz der morgendlichen Lektüre gleich zur Situation vor dem Fenster passt.
Zumindest ein wenig. Von 30 Zentimetern konnte nicht annähernd die Rede sein (höchstwahrscheinlich nicht einmal von drei), aber immerhin schneite es konstant vor sich hin. Genug, um die Lieferung der Wochenendzeitung zu verzögern, weshalb ich am Frühstückstisch im SZ-Magazin ein Interview (€) mit Sven Norqvist (»Petterson und Findus«) las, der genauso sympathisch ist, wie ich es schon immer vermutet hatte.
Und ein Leitmotiv für ein gutes Leben hatte er auch parat: einfach, aber schön sollen die Dinge sein. Oder auf Schwedisch:
»enkelt men vackert«
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Die Zeitung tauchte schließlich noch auf und ich erfreute mich an einem Interview (€) mit Gerhard Polt (wie das mit Sven Nordqvist geführt von Alex Rühle) anlässlich der Beendigung seiner Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen.
Wobei der Anlass eigentlich zweitrangig ist – ein Polt-Interview ist an sich schon immer ein Ereignis.
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Gegen Abend schneite es ein wenig mehr, sogar ein kurzes Schneekehren war nötig.


