John von Düffel: Das Wenige und das Wesentliche

Ein Neujahrsmorgen im ligurischen Hinterland. Ein klösterliches Zimmer. […] In dieser stillen Umgebung, am Tag des Anfangs und des Endes stellt sich die älteste Frage von allen noch einmal neu: Wie lebe ich richtig?

Die Tage und Wochen rund um den Jahreswechsel werden aus nachvollziehbaren Gründen gerne genutzt, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen, ein wenig Selbstkritik zu üben und seine Lebensweise zu überdenken und zumindest in Teilen neu zu justieren. Allzu oft bleibt es natürlich beim bloßen Vorsatz – der Alltag hat einen dann eben doch schnell wieder eingeholt.

Bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie man seinem Leben jenseits von albernen Neujahrs-Vorsätzen mehr Sinn und eine klarere Richtung geben kann, hilft John von Düffels kluges Stundenbuch „Das Wenige und das Wesentliche“. Der Titel des Buches lässt schon erahnen, wohin die Reise geht und der Inhalt folgt dem konsequent.

Es geht darum zu erkennen
Wie wenig ich brauche

Der Dramaturg, Autor und promovierte Philosoph von Düffel entwirft in seinem Brevier das Modell des „Asketen der Zukunft“, der sich keiner Religion oder sonstigen Heilsversprechungen unterwirft und auch nicht mit eiserner Disziplin krampfhaft den Verzicht übt, sondern die Konzentration aufs Wesentliche als Genuss und Erfüllung sieht. Ein sehr zeitgemäßer Ansatz, denn eigentlich haben wir alle doch längst eingesehen, dass weniger in ganz vielen Bereichen des Lebens mehr ist – nur an der Umsetzung hapert es irgendwie noch.

Revolutionäre neue Erkenntnisse zum Thema bietet „Das Wenige und das Wesentliche“ zwar auch nicht, dafür viele kleine Denkanstöße.

Ein ebenso minimalistisch wie hochwertig aufgemachtes Buch zum kurzen Innehalten und Immer-mal-wieder-reinschauen.

John von Düffel: Das Wenige und das Wesentliche. Ein Stundenbuch; Dumont Buchverlag, 208 Seiten, ISBN: 978-3-8321-8220-5

Vielen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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3 Kommentare zu „John von Düffel: Das Wenige und das Wesentliche

  1. Danke Christoph, für diese Buchvorstellung. Das klingt gut – vielleicht ein schönes Buch, um es „zwischen den Jahren“ zu lesen und sich aufs neue Jahr einzustimmen. Ich mochte auch Erling Kagges „Stille“ vor einigen Jahren sehr gerne – manchmal sind es genau diese leisen, feinen Bücher in minimalistischer Aufmachung, die besonders lange nachhallen. Einen schönen zweiten Advent und herzliche Grüße, Barbara

    1. Liebe Barbara, Du hast Recht: Das ist wirklich ein ideales Buch für „zwischen den Jahren“. Es folgt zwar einer gewissen Rahmenhandlung, aber eigentlich kann man es an einer beliebigen Stelle aufschlagen, ein paar Seiten lesen und es dann wieder für ein Weilchen weglegen. Wie eine kurze Meditationsübung.

      Dir auch einen schönen zweiten Advent!
      Christoph

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